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Aus den Puchenstubner Pfarrmatriken

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Die Lokalkapläne und Pfarrer Puchenstubens - „Buchhalter des Lebens“ 1790-1860
Eine Auswahl aus den Puchenstubener Pfarrmatriken.

Die Anfänge der Matrikenführung gehen im katholischen Bereich auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück, präzisiert durch das 1614 in Rom veröffentlichte „Rituale Romanum“. Über das heutige Österreich hinaus waren die Pfarrmatriken für lange Zeit die einzig systematisch geführten Personenstandsregister.

Unter Kaiser Joseph II. (Alleinregierungszeit in Österreich 1780-1790) wurde mit Hofdekret vom 20.Februar 1784 den katholischen Seelsorgern für ihren jeweiligen Sprengel die offizielle Standesführung übertragen, bis dahin dienten die Matriken nur kirchlichen Zwecken. Die josephinische Gesetzgebung legte auch verbindliche Richtlinien fest, führte Formulare ein und standardisierte damit die Protokollierung.

Nach dem gleichfalls unter Kaiser Joseph II. erlassenen Toleranzpatent konnten auch die protestantischen Pastoren Tauf- Trauungs- und Sterbbücher führen, doch vorerst galten diese ihre Aufzeichnungen als reine „Privatnotizen“. Die „akatholischen“ Matrikenfälle waren dem jeweiligen katholischen Matrikenführer zu melden, dessen Aufzeichnungen allein volle rechtliche Beweiskraft zukam. Kraft „Allerhöchster Entschließung“ vom 20.November 1829 gestattete man auch den „Akatholiken“, Matriken in der Art zu führen, „wie sie schon bei den katholischen Pfarrern eingeführt und vorgeschrieben sind“ – doch zwei Jahrzehnte hindurch noch mit erheblichen Einschränkungen und Auflagen, die im Wesentlichen 1849 abgebaut wurden.

Seit 1. Jänner 1939 gilt für das heutige Österreich die Zivilregisterführung, fünf Monate zuvor (1. August 1938) war das deutsche Eherecht und damit die sogenannte „standesamtliche“ Ehe (Zivilehe) obligatorisch in Kraft gesetzt worden.

In Puchenstuben setzt die Matrikenführung 1784 ein, die ersten Jahre freilich noch in etwas unzuverlässiger Weise. Vor dem Jahr 1784 war der Frankenfelser Pfarrer für die Matrikenfälle Puchenstubens zuständig. Mit einer Ausnahme: Das Gebiet links der Erlauf, welches Puchenstuben 1786/87 zugepfarrt wurde, unterstand bis dahin dem Pfarrer von Gaming. Im Jahr 1790 waren die Grenzen der Lokalkaplanei Puchenstuben im Großen und Ganzen festgelegt, die korrekte Matrikenführung wurde durch staatlich-kirchliche Vorschriften und Kontrollen immer besser abgesichert. Die Register des evangelischen Pastorats Mitterbach, das auch für die Personenstandsführung der protestantischen Minderheit innerhalb des katholischen Pfarrsprengels Puchenstuben in der oben erwähnten Form zuständig war, setzen mit dem Jahr 1785 ein.

Im Folgenden informieren tabellarische Überblicke über die „natürliche Bevölkerungsbewegung“ und über die Namengebung in Puchenstuben von 1790 bis 1860, und zwar jeweils in sieben Dezenniensprüngen. In den Tabellen finden sich „Momentaufnahmen“ aus den ausgewiesenen Jahren, „Stichproben“ also. Für sich allein genommen sind „Stichproben“ dieser Art von begrenzter Aussagekraft- dennoch gewähren sie uns so manche Einblicke in die Lebenswelt der Puchenstubener vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Mit dem Jahr 1869 beginnt in Österreich das Zeitalter der modernen Volkszählungen - mit nachfolgenden Veröffentlichungen der Ergebnisse in gedruckter Form. Und so wählten wir das Jahr 1860 als zeitliche Obergrenze für unsere Auszüge aus den Puchenstubener Matriken.

Mein besonderer Dank gilt meinem langjährigen Kollegen und nunmehrigen Direktor der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe Amstetten : Herrn Mag. Richard Schmid. Er übernahm die graphische Umsetzung und Gestaltung meiner Matriken-Recherchen.

Verantwortlicher Dr. Herbert Krückel Mail: h.krueckel@direkt.at Taufstatistik Ehestatistik Sterbestatistik

 


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