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Kreudenfeuer - Kreudenschlüsse und Glockenstreich

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Dies war bis zu den technischen Revolutionen – so man diesen Begriff verwenden mag – des 19. und 20. Jahrhunderts ein schwerwiegendes Problem. Doch selbst die „modernen Kriege“ des 20. Jahrhunderts kennen unzählige Beispiele wo die zeitgenössischen militärischen wie zivilen Kommunikationsmittel versagten. Sollte aber eine schnelle Warnung vor einer Gefahr an einen bestimmten Personenkreis erfolgen, mussten die vorhandenen Mittel benutzt werden, die die jeweilige Zeit kannte und die man benutzen konnte. Gerade die gleichzeitige, sofortige und effizienten Warnung vor militärischen Gefahren ermöglichten eben die „Kreudenfeuer“ (Feuer und Rauch), die „Kreudenschüsse“ und die Glockenschläge – sofern diese akustischen und visuellen Signale zur Verfügung standen, die Codierung des Lichtes und der Geräusche verstanden wurde und vor allem: wenn sie überhaupt einsatzbereit waren. Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit stand Signalübertragung durch Rauch, Feuer, Musikinstrumente, Glockengeläut und – seit der Erfindung des Schießpulvers in Europa – Explosionsknall zur Verfügung. Die Botschaft dahinter musste einfach und auch für alle Bevölkerungsschichten verständlich sein. Diese visuellen und akkustischen Signale sollten ganze Landstriche vor einer herannahenden Gefahr warnen und alle Schichten der Bevölkerung auffordern, entsprechende Maßnahmen zum Schutz und der Abwehr zu treffen. Feuer und Rauch sind als (einseitige) Kommunikationsmittel vermutlich seit jeher in Gebrauch. Die Glocke jedoch erst seit dem Frühmittelalter, denn sie verbreitete sich erst seit dem 6. und 8. Jh. aus Asien kommend in Europa. Sie diente im christlichen Abendland nicht nur dazu die Gläubigen zum Gebet und Gottesdienst zu rufen oder die ihnen ab dem Spätmittelalter die Tageszeit mitzuteilen, sondern auch um Gefahren („Sturmläuten“) anzuzeigen und zu Versammlungen zu rufen. Mit der (Wieder-)Erfindung des Schwarzpulvers konnte auch der Explosionsknall – „Böllerschüsse“ – als Signal verwendet werden. Alle diese Mittel hatten gegenüber dem Boten den Vorteil, dass sie einer größeren Menge an Menschen direkt erreichten, an keine Sprache gebunden war und anders als bei einem Schriftstück keinerlei Lesekenntnis notwendig war3. Erst im Spätmittelalter tauchten in den Quellen im Gebiet des heutigen Österreich die Bezeichnungen „Kreudenfeuer“ und „Kreudenschüsse“ in einer großen Zahl an Schreibweisen für eine Warnung durch Feuer, Rauchsäulen und Explosionsknall auf4. Ein genaues Datum ist kaum feststellbar, denn die Erwähnungen in den Quellen bedeutet keineswegs die erstmalige Verwendung der Einrichtungen. Eine ungefähre Datierung ist jedoch aufgrund der beginnenden Türkeneinfälle möglich, deren Streifscharen und auch große Heere in Süd- und Ostösterreich eindrangen. Vor allem vor ihnen und ihren Verbündeten sollten die Signale warnen. Anders als in Oberösterreich gibt es in Niederösterreich keine Hinweise in der Literatur, dass auch schon in der Hussitenzeit auf diese Weise vorgewarnt wurde5. Diese visuellen und akustischen Signale sind in der Geschichtsforschung selten ein Thema für eine in sich geschlossene Arbeit. In den Landesgeschichten tauchen sie meist ohne Erklärung des Wortsinns auf. Doch in der Aufsatzliteratur und in den landeskundlichen Schriften kommen Kreudenfeuer und Kreudenschüsse öfter vor, Ortschroniken und Heimatbücher erwähnen sie so gut wie nie. Nur wenn sich ein Heimatforscher speziell dafür interessiert sind kleine Aufsätze darüber vorhanden6. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass in Niederösterreich zumeist auf die Aufsätze von Newald und Otruba zurückgegriffen wird, fast nie jedoch auf die viel besseren Arbeiten aus der Steiermark und Kärnten, geschweige denn auf die Quellen in den Archiven der niederösterreichischen Landeshauptstadt, in Graz und Klagenfurt. Auf die benutzten Quellenstellen im Niederösterreichischen Landesarchiv St. Pölten werden meist – wenn überhaupt – nur pauschal verwiesen7! Genaue Definitionen von Kreudenfeuer und Kreudenschüsse gibt es kaum, weder in den Quellen noch in der Literatur. Trotzdem versucht der Autor eine solche zu erstellen, die jedoch einschränkend nur für Kreudenfeuer in Verbindung mit Fluchtorten gilt ab der Mitte des 16. Jh. gilt. Einzig das Mandat vom 26. August 1529 kennen eine erste Kombination von Fluchtorte und Feuerstätten. Einzelne Teile der Definition findet man auch in der „Kreudenfeuerordnung von 1537“: Verantwortlicher Mag. Martin Prieschl 3340 Waidhofen Mail: martinprieschl@web.de

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