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Eisenstraße 2020-Strategie

Ansprechpartner: Stefan Hackl


"Ein Highway ist ein Hauptpfad, der viele Äste braucht, um vital zu sein. Daher sehen wir Regionalentwicklung gesamtheitlich – mit dem historisch gewachsenen Thema Metall als Zugpferd und Alleinstellungsmerkmal. Anders ausgedrückt: Wir möchten uns einer „alten“ Qualität der Region wieder mehr bewusst werden und sie mit neuen Bildern, neuer Dynamik und neuen Entwicklungsmöglichkeiten ausstatten."
Eisenstraße-Obmann Abg. z. NR Mag. Andreas Hanger

Öffnet internen Link im aktuellen FensterDie Lokale Entwicklungsstrategie Eisenstraße 2020 im PDF-Format

Auf dem Weg zum Metal Highway Europas...

Unter dem Titel „Lebensraum Eisenstraße – Auf dem Weg zum Metal Highway Europas“ haben rund 300 BürgerInnen aus der Eisenstraße Niederösterreich eine nachhaltige Lokale Entwicklungsstrategie entwickelt. LEADER-Projekte können nur dann eingereicht und umgesetzt werden, wenn sie einen Beitrag zu den Zielen dieser Strategie leisten.

Zum Begriff Metal Highway
Darunter verstehen wir eine Region

  • die als Zentrum der Metallverarbeitung anerkannt ist (Ausbildung, Unternehmen, Forschung); und das in europäischer Dimension.
  • die als „Lebensraum Eisenstraße“ für Regionalentwicklung mit den Eckpfeilern Wertschöpfung und Wertschätzung steht.
  • die dem Unternehmertum und der Eigeninitiative einen hohen Stellenwert gibt und das mit sozialem Engagement und Ehrenamt verbindet.
  • die attraktiv für junge Menschen ist.
  • die einen ressourcenschonenden Umgang mit der Natur pflegt und Wert auf die regionstypische Kulturlandschaft und Produktvielfalt legt.
  • die Innovationen in allen Sektoren lebt und die Sektoren auf neuartige Weise miteinander verknüpft.

Wofür steht der Metal Highway symbolisch?

  • englischer Ausdruck: Zeichen für internationale Ausrichtung der Region
  • Verweis auf die Tradition der Eisenverarbeitung in der Region
  • Moderne Interpretation dieses Erbes (Forschung, Ausbildung)
  • Erhöhung der Innovation: von der Straße zum Highway

Unsere sieben strategischen Themenfelder

1. Most. More. Metal

Mit 132 Unternehmen (davon mehr als ein Dutzend am Weltmarkt erfolgreichen Leitbetrieben) ist die Metallverarbeitungsbranche der größte und attraktivste Arbeitgeber der Region. Fachkräftemangel stellt die Unternehmen vor Herausforderungen.

Ziel: Positionierung als DIE Region mit moderner, innovativer Metallverarbeitung
Schwerpunkte:
Fachkräftesicherung, Qualifizierung von Kleinst- und Kleinbetrieben, Modernes Standortmarketing
Leitprojekte:
Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt  „Metallverarbeitung“ für Kleinst- und Kleinbetriebe (Kompetenzanalysen) , Technical Summer Schools , Lehrlingsinitiativen, Regionsmarketing „Metal Highway“
Themenfeldsprecher:
Mag. Thomas Welser, Ing. Martina Steinbacher (Stv.)

2. Junges Unternehmertum

Was benötigen Jungunternehmer und EPUs? Auf diese Frage fand eine kreative Gruppe im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses die dreidimensionale Antwort „Kohle, Raum und Zeit“, die sogleich namensgebend für diesen Schwerpunkt ist.

Ziel: Erhöhung der Gründerquote
Schwerpunkte:
Maßnahmen im Bereich (alternativer) GründerInnen-Finanzierung, Gemeinschaftsbüros, Mentoring
Leitprojekte:
Crowdfunding-Plattform, Netz von Co-Working-Spaces (Gemeinschaftsbüros) rund um die Zentren Wieselburg-Scheibbs-Waidhofen,
Mentoren-Programm
Themenfeldsprecher: Thomas Wagner, Gregor Haslinger MBA, CMC (Stv.)

3. Tourismus

Im Tourismus soll der strategische Fokus von der Marktdurchdringung (mit zu wenig akzentuierten Produkten und Angeboten) hin zur Markt- und Produktentwicklung verschoben werden. Die Eisenstraße Niederösterreich bekennt sich ganz klar zum Markenkern des Mostviertels (mild-wild) und leistet als zum „wilden Mostviertel“ zählende Subregion einen Beitrag zur positiven touristischen Entwicklung.

Ziel: Authentischen Tourismus weiterentwickeln
Schwerpunkte:
Bergerlebnis (auch kulinarisch), Kultur, Kreativurlaub, Raderlebnis und Pilgern, Stärkung/Weiterentwicklung Ausflugsziele
Leitprojekte:
Raderlebnis Eisenstraße, Zusammenarbeit Alpine Tourismusorte, Pilgern Sonntagberg - OÖ Mariazellerweg, kulturglut
Themenfeldsprecher: Herbert Zebenholzer, Sabine Fallmann (Stv.)

4. Innovative Landwirtschaft

Erfolgreiche Diversifizierung in die Bereiche Direktvermarktung, Green Care und Tourismus sowie Optimierung der Zusammenarbeit entlang der Lebensmittelkette sind die Anker der Strategie in diesem Aktionsfeld. Thematisch rücken die Bereiche Bio-Landwirtschaft und regionale Fischproduktion in den Mittelpunkt. Für die Produktentwicklung soll das bisher ungenutzte, aber in der Region speziell im Raum Wieselburg vorhandene Agrarmarketing-Knowhow genutzt werden.

Ziel: Innovative Land- und Forstwirtschaft ausbauen
Schwerpunkte:
biologische Landwirtschaft, regionale Fischproduktion
Leitprojekte:
BioRegion Eisenstraße, Wasser.Fisch.Mensch, Eisenstraße-Imker
Themenfeldsprecher: Leopoldine Adelsberger, Eva Maria Prüller (Stv.)

5. Handwerk und Immaterielles Kulturerbe, Biodiversität

Mit dem im nationalen UNESCO-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gelisteten „Schmieden in Ybbsitz“ verfügt die Region über ein Aushängeschild gelebten und innovativ interpretierten Handwerks. Ein Netzwerk „Handwerk Eisenstraße“ ist im Entstehen. Zudem sind gemeinsame Feste, Bräuche, aber auch das Herausarbeiten regionstypischer Baukultur für die Region Eisenstraße von großer Bedeutung.

Abgerundet wird dieses Themenfeld von den Themen Biodiversität und Ökosysteme, da neben neben dem reichhaltigen Kulturerbe auch unser Naturerbe der Region bedeutend ist.

Ziele: Handwerkstraditionen inwertsetzenKulturelles Erbe erhalten, Naturräume und Kulturlandschaften stärken
Schwerpunkte:
Handwerk, Brauchtum, Schutzgebiete
Leitprojekte:
Handwerk Eisenstraße, Ironcamp, Eisenstraße-Bühnen, Ybbstaler Narzissenblüte
Themenfeldsprecher: Anton Halbartschlager, Walter Gstettenhofer

6. Junge Menschen - Kernfrage Demographie

Die im Rahmen des Demographiechecks Eisenstraße durchgeführten Prognosen zeigten es deutlich auf: In drei von vier Szenarien kommt es zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2055. Da die derzeitige Lage laut Forschern für die Region noch „relativ komfortabel“ sei, ist der Zeitpunkt für ein eigenes strategisches Aktionsfeld zu dieser Kernfrage gut gewählt – mit besonderer Sensibilität für die negative Wanderungsbilanz bei den 15- bis 40-Jährigen, die den ländlichen Raum verlassen (gerade Frauen).

Ziel: Junge Menschen für die Region begeistern
Schwerpunkte:
Demographie, Jugendkultur, (Wohn-)Standortmarketing, Infrastruktur (Breitband)
Leitprojekte:
yCRM (youngCitizen Relationship Management
Themenfeldsprecher: Mag. Margit Hintersteiner, Dr. Wolfgang Zuser

7. Green Care & Soziale Dienste

Die LEADER-Region Eisenstraße Niederösterreich hat die Chance, sich durch eine günstige Konstellation als niederösterreichweites Kompetenzzentrum zum Thema Green Care zu entwickeln (Schulschwerpunkt in der LFS Gaming, breite Akzeptanz in den Bezirksbauernkammern, Verknüpfung mit Therapiezentrum Buchenberg in Waidhofen/Ybbs).

Ziel: Eisenstraße als Vorreiter im Bereich Green Care
Schwerpunkte:
Soziale Landwirschaft
Leitprojekte:
Green Care-Koordinationsstelle Eisenstraße Niederösterreich
Themenfeldsprecher: Dir. Daniela Fux, Ing. Franz Raab


Unsere fünf Kernziele

Um die Lokale Entwicklungsstrategie der Eisenstraße Niederösterreich einfach und kompakt in der Region kommunizieren zu können und greifbar zu machen, hat der Eisenstraße-Vorstand fünf Kernziele definiert. Diese Ziele sind durch ihre Struktur von 1 bis 5 einfach zu merken und gleichsam an einer Hand abzulesen:

  1. 1.000 Haushalte mit Breitbandanschlüssen (100 Mbit/s)
    Das Ybbstal wurde im Herbst 2014 vom Land Niederösterreich als eine von fünf Breitbandpilotregionen definiert. Dieser infrastrukturelle Rückenwind soll für eine gesamthafte Breitbandplanung in der gesamten LEADER-Region genützt werden – 1.000 Haushalte mit Breitband auszustatten, ist demnach das fünfte Eisenstraße 2020-Kernziel.

  2. 2.000 junge Fachkräfte in Ausbildung
    Das Niveau aus dem Jahr 2014 konsolidieren und damit im Jahr 2020 auf 2.000 junge Fachkräfte in Ausbildung setzen zu können, so lautet dieser Erfolgsindikator. Die Lehrlingszahlen gingen in den vergangenen 10 Jahren fast um 200 Personen zurück, die HTL Waidhofen/Ybbs hat durch neue Angebote (z.B. Aufbaulehrgang Mechatronik) eine Trendumkehr bei den zuletzt sinkenden Schülerzahlen geschafft. Mit den Maßnahmen zur Fachkräftesicherung sollen die Werte bei Lehrlingen und HTL-Schülern bis 2020 stabilisiert werden.

  3. 30 Jahre: Positive Wanderungsbilanz ab dieser Altersgruppe
    Mit der „Kernfrage Demographie“ ist ein weiteres Kernziel verbunden, nämlich den Wegzug in der Alterskohorte ab 30 Jahren zu stoppen.

  4. 400.000 Nächtigungen im Jahr
    Seit 2001 verliert die Region kontinuierlich an Nächtigungen, 2013 lag der Wert bei 364.016. Mit einem Maßnahmenbündel und einer starken Verschränkung mit dem Partner Mostviertel Tourismus soll eine positive Entwicklung erreicht werden.

  5. 5 % Gründerquote
    Mit einer Gründungsintensität von 4,1 Prozent je 1.000 Einwohner liegt die Region Mostviertel-Eisenwurzen unter dem NÖ-Schnitt (4,8 Prozent) und weit unter dem Österreich-Mittelwert (8 Prozent). Ziel ist es, die Gründerquote durch Maßnahmen für junges Unternehmertum signifikant zu steigern.

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