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Sonntagberg

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Blasonierung: "In rotem Schild über geflutetem grünem Schildfuß ein schwarzes Werkrad, belegt mit einem silbernen Hammer, gekreuzt mit einer silbernen Zange; aus dem Werkrad wachsend eine silberne zweitürmige Barockkirche mit schwarzem Dach und schwarzen Turmhelmen."

Einwohner: 4.059 (2006)
Fläche: 18,43 km²
Seehöhe: 340 m
Bürgermeister: Thomas Raidl
Web: www.sonntagberg.gv.at
Telefon: +43 (0)7448 2290

Verbindung zur Eisenstraße: Laut Urkunde findet sich 993 der älteste Nachweis einer Besiedelung von Gleiß. Frühe Rodung des Sonntagberges hieß slawisch "Radnitz" was gleichzusetzen ist mit "Erzberg", was auf eine Sumpfeisengewinnungsstätte am Abhang des Berges schließen lässt. Größere Bedeutung erlangte das Eisenwesen dieser Gegend erst im 14. Jahrhundert, als sich die Hammerwerke von den Blähhäusern trennten. Die Blähhäuser, die aus dem Erz das Rauheisen erzeugten, blieben am Erzberg, die Hammerwerke aber, die dieses Rauheisen verfeinerten und es ausschmiedeten, zogen an die Wasserläufe des Ybbs- und Ennstales, wo sie sich leichter mit Holzkohle und Lebensmitteln versorgen konnten, als dies im Talkessel von Innerberg möglich war. Die drei wesentlichen Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung im Ybbstal im Zusammenhang mit dem Eisen waren als erstes die geographische Lage des Erzberges neben dem Weg durch das Ennstal nach Steyr, auch die Route über Weyer und von dort über Waidhofen durch das unter Ybbstal in den Donauraum nach Wien.

Bereits im 12. Jahrhundert war Waidhofen am Eisenhandel aus Innerberg - das ist der heutige Ort Eisenerz - beteiligt, und es bildeten sich um die gleiche Zeit auch die ersten Ansätze eines selbständigen Verarbeitungsgewerbes. 1859 wurde ein Puddlingwerk und ein Fein-Streckpuddlingwalzwerk mit den entsprechenden Einrichtungen durch das Berggericht bestätigt. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarben 1872 die Gebrüder Böhler das Werk um 30.000 Gulden. Das expandierende Unternehmen bot für die Region neue Verdienstmöglichkeiten vor allem für die, in ärmlichen Verhältnissen lebenden, Waidhofner Schmieden. Nach Inbetriebnahme mit einer Belegschaft von zwei Schmieden und sieben Warmwalzern wurde eine Tagesleistung von ca. 400 kg Walzware erzeugt. Ende 1855 belieferte dieses erste Warmwalzwerk Österreichs nicht nur die Kleineisenindustrie in der Eisenwurzen, sondern auch die allseits aufstrebende Industrie bis in den Raum von Wien, und nach bescheidenen Anfängen erreichte man in Gerstl bald beachtliche Tagesleistungen.

Das Werk in Bruckbach beliefert heute Werkzeug- und Maschinenhersteller in aller Welt mit seinen Produkten. Die BÖHLER Profil GmbH erzeugt aber auch Verbundstähle, das ist eine Warmwalzkombination von weichem Baustahl und härtbarem Werkzeugstahl für die Maschinenmesserherstellung.

Das "SCHLEIFEN" hat im Raume (der späteren Ortschaft) Böhlerwerk lange Tradition. Der Schleifsteinbergbau im nahegelegenen k.k. Untertage-Steinbruch wurde hier schon 1799-1814 betrieben. Es wurden Schleifsteine mit ca. 2 m Durchmesser und 30 cm Breite hergestellt, welche an die weit über die regionalen Grenzen hinaus befindlichen Kunden (Messerer, Zirkelschmiede, Scherer, Werkzeugmacher, sowie während der Zeit der Franzosenkriege um 1800 verstärkt an die Waffenerzeuger) geliefert wurden. Im vorigen Jahrhundert waren die von den Bauern aus dem „Sonntagberger Sandstein“ hergestellten Wetzsteine weithin gefragte Produkte.

Mit dem Aufstieg der Großindustrie erlosch die große Zeit der “Schwarzen Grafen”, der reichen Hammerherren im Bereich Waidhofen und dem oberen Ybbstal. Geblieben sind die Denkmäler, die alten Hammerherrenhäuser mit den Nebengebäuden aber auch einfache Bauernhäuser als Zeugen einer vergangenen, kulturellen Hochblüte. Geblieben ist aber auch eine faszinierende Kultur- und Naturlandschaft, die heute immer mehr zum Erholungsraum wird.

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