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Wieselburg-Land

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Blasonierung: Folgt noch

Einwohner: 3.107 (2006)
Fläche: 33,92 km²
Seehöhe: 264 m
Bürgermeister: Karl Gerstl
Web: www.wieselburg-land.at
Telefon: +43 (0)7416 522 69

Verbindung zur Eisenstraße: Durch kaiserliche Anordnung waren im sogenannten „Widmungsbezirk“ alle Bauern verpflichtet, ihr Getreide und sonstigen Lebensmittel nur an die privilegierten Eisen- und Provianthändler zu verkaufen, um die Versorgung der Bergleute im Eisenerzer Bergbaugebiet zu gewährleisten. Für das Gebiet um Wieselburg-Land waren die Scheibbser Händler zuständig, die auf den Schüttkästen ihrer eigenen Häuser das Getreide lagerten.

Durch die ausgezeichneten Beziehungen des damaligen Herrschaftsbesitzers Dr. Johann Linsmayr zum Kaiserhaus – er war von 1571 bis 1580 Kammerprokurator des Erzherzogs Karl von Innerösterreich am Grazer Hof – war es ihm leicht, die Bewilligung zur Eigenversorgung seiner Arbeiter im Kupferwerk in Radmer an der Hasel (Kauf der Kupfergrube in 1590), ohne Zwischenhandel durch die befugten Händler, zu erhalten. Mit der Herrschaft Weinzierl besaß er eine große Anzahl von bäuerlichen Untertanen, deren Produkte er wohl im Weinzierler Kastenhaus lagern wollte. Bald nach dem Kauf der Kupfergrube dürfte Linsmayr dieses Kastenhaus errichtet haben. Das Weinzierler Kastenhaus besaß zur Lagerung des Getreides vier Etagen. Zwei sind mit normalen Fenstern versehen, die dritte Etage mit den typischen breiten und niedrigen Fensteröffnungen der Kastenhäuser. Eine vierte Etage bestand sicherlich noch im Dachgeschoss, worauf die kleinen Fenster im westlichen und östlichen Anbau hinweisen. Auch Gaupen werden vorhanden gewesen sein, wie sie in anderen gleichartigen Häusern noch heute bestehen. Das damals gebräuchliche Wort „Kasten, Casten“ ist übrigens noch heute im bäuerlichen „Troadkasten“ (Getreidekasten) lebendig.

Nicht zu vergessen ist der riesige Keller links neben dem Kastenhaus, der acht Meter breit und insgesamt 30 Meter lang ist, davon rund 10 Meter in den Urgesteinsfelsen gehauen. Hier wurden die verderblichen Lebensmittel gelagert, wie Schmalz, Butterschmalz usw.

Das vierhundert Jahre alte Speicherhaus, weithin sichtbar an der früheren kleinen Eisenstraße gelegen, war knapp ein Jahrhundert Getreidespeicher, ehe es für 220 Jahre als Unterkunft für Arme und Kranke diente. Seit 1950 steht es der Jugend zur Verfügung, zuerst als Pflichtschule und dann, umbenannt, als Haydnschule zur Weiterbildung in Musik, Gesang und Tanz. 1998 im neuen Glanz erstanden, ist es ein Schmuckstück des Ortes und diente bis heute immer dem Wohle der Allgemeinheit.

Von Maria Eilenberger

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