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Ybbsitz

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Blasonierung: "Auf einem grünen Dreihügel stehendes schmales weißes Kreuz, das Querholz schräg rechts gestellt und geästet, links unter dem schiefen Querbalken ein weißer Stern; als Abschluß nach oben zwei nach oben gekreuzte Hämmer, dazwischen schiefstehend eine Kugel mit Pfeil."

Einwohner: 3.790 (2006)
Fläche: 104 km²
Seehöhe: 414 m
Bürgermeister: Josef Hofmarcher
Web: www.ybbsitz.at
Telefon: +43 (0)7443 866 01

Verbindung zur Eisenstraße: Als emsig tätiges Zentrum der Eisenverarbeitung erfüllte Ybbsitz seine Aufgabe über all die vielen Jahrhunderte. Waren um 1290 von 19 Häusern zwei Schmieden ansässig, wuchs deren Anzahl auf 20 Hämmer im Jahr 1808 an. Ybbsitz war bekannt als das Zentrum der Hackenschmiedeproduktion in der gesamten Eisenstraße-Region. Für den finalen, guten Schliff der Ybbsitzer Erzeugnisse sorgten 20 Schleifmühlen entlang des Prollingbaches. Die Familiendynastien der Hammerherren, seit jeher „Schwarze Grafen“ genannt, das Brauchtum der Handwerksgesellen und Zünfte sowie die bäuerliche Tradition ließen eine Infrastruktur gedeihen, die bis heute eine Achse der Gesellschaft geblieben ist.

Natur und Handwerk sind auch im 21. Jahrhundert die tragenden Säulen der örtlichen Entwicklung. Darüber hinaus steht Ybbsitz mit seinen potenten Wirtschaftsbetrieben und durch die Pflege von Kontakten mit namhaften Persönlichkeiten mit der Welt ständig im fruchtbaren Dialog.

Immaterielles Kulturerbe "Schmieden in Ybbsitz"

Das Element "Schmieden in Ybbsitz" wurde mit der Entscheidung des Fachbeirates der Österreichischen UNESCO-KOMMISSION vom 29. September 2010 in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.Als immaterielles Kulturerbe bzw. immaterielles kulturelles Erbe  wird Kulturgut bezeichnet, das nicht stofflicher Natur ist, daher im Gegensatz zu unbeweglichen Bauten und beweglichen Gegenständen (z.B. den bekannten Welterbestätten oder dem Weltdokumentenerbe) nicht anfassbar. Immaterielles Kulturerbe wird daher auch als das lebendige Kulturerbe bezeichnet und meint regional „gelebte“ Kulturtradition, die nicht nurmehr im Sinne einer musealen Erhaltung oder touristischen Präsentation von Brauchtum gepflegt wird, sondern vitales, im Lebensalltag verankertes kulturelles Selbstverständnis darstellt

Schmieden ist in Ybbsitz historisch gewachsen, wird von breiten Teilen der Bürger in Tradition und Handwerk gelebt und stellt ein vielversprechendes Entwicklungspotential für Ort und Bevölkerung dar, das von Jung und Alt getragen wird. Es ist ein auf der Basis der Tradition intensiv gelebtes kulturelles Erbe, das gleichzeitig Alleinstellungsmerkmal des Ortes und seiner Bewohner ist. Schmieden ist in Ybbsitz bis heute von wirtschaftlicher Tragkraft, ist gesellschaftlich-integratives Element und zugleich eine historische wie zukunftsorientierte und in der Summe seiner Aspekte kulturelle Identifikationsmatrix als Arbeitstechnik.

Ybbsitz verdankt in seiner Geschichte, seinem Wohlstand und in seiner gegenwärtigen Situation viel dem Handwerk des Schmiedens. Nicht nur, dass das Ortsbild von historischen und modernen Schmiedearbeiten geprägt wird, das Schmieden ist in der Bevölkerung eine mit Ehrfurcht und Hochachtung anerkannte Handwerkstechnik, die vor dem Hintergrund der Stürme der Marktgeschichte immer überlebt hat.

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