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Geschichte der Woche

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Fischen

Themenbereich: Zeitgeschehen

Kurzbeschreibung: Fischen Annaberg, Der Schmied fischte Forellen aus dem Tümpel, der sich in seiner Radhütte bildete

Annaberg, „Wir waren unmittelbare Nachbarn des Oberförster Vogt. Es war eine gute Nachbarschaft, aber es waren natürlich gewissen Sachen, die hat man nicht übertreten dürfen. Das war vor allem das Fischen. Es war mir von den Eltern strengstens untersagt, mich beim Fischen zu beteiligen, was ja die Schulkinder eigentlich alle können haben. Aber selbst der Großvater hat sich nicht ganz an das gehalten. Der Antrieb von allem was in der Schmiede gerannt ist, war das Wasser, da ist ein Fluder – der ist auf Stelzen gestanden, hat eine Fläche von etwa eineinhalb bis zwei Quadratmeter gehabt, eine Menge Wasser die es da angedrückt hat, was dann runter gelassen worden ist auf das Rad, das dann die Maschinen betrieben hat. Das war zum Schutz gegen das Vereisen im Winter überdacht. Da ist immer das Wasser runtergeplätschert und hat einen Tümpel gemacht in der Radhütte, und da haben sich eigentlich die Forellen ganz gerne aufgehalten. Der Großvater hat nicht mit der Angel gefischt sondern mit so einem Ger, einem Fischstecher,…wir waren mit Forellen eigentlich schon versorgt. Aber hin und wieder ist dann der Oberförster Vogt dann doch hinein gekracht zum Großvater und hat gesagt, „Herr Schmied, sie wissen genau, das dürfen sie nicht“. Und der Großvater hat gesagt, „was i in meina Hüttn ha, des geht ihna neamd was an“. Auch meinen Kindern war das Fischen strengstens untersagt, damit der Frieden mit der Nachbarschaft nicht gestört wird. Viel später, da waren sie selbst schon erwachsen, habe ich dann erfahren, wie die das Fischen betrieben haben, die haben das im großen Stil betrieben, und haben sie an einen Wirt verkauft. Mit einem Leiterwagel und einem kleinen Waschtrog drauf waren sie im Erzgraben drinnen. Nur einmal haben sie so eine reiche Beute gehabt, ausgerechnet an einem Sonntag Nachmittag ist der Spalt, der Jäger da rein gefahren. Jetzt haben sie schnell das rein gekippt, das Schaffel verschwinden lassen, es war ihnen sehr leid. Ich weiß heute auch wo sie die Fische zwischen gelagert gehabt haben, die haben einen ganz schön schwunghaften Handel betrieben. Aber wie gesagt, ich habe das erst erfahren, wie das alles schon verjährt war.“

Eingesandt von Hilda Daxböck, Annaberg.


Geschichte anhören (MP3, 1012 kB)

 


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