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Geschichte der Woche

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Kultur-Beweger der Region

Themenbereich: Ortsgeschichte

Kurzbeschreibung: 1109 wurde in Seitenstetten das Kloster gegründet. Es war über viele Jahrhunderte Zentrum für Bildun

Kultur-Beweger der Region 1109 wurde in Seitenstetten erstmals ein Kloster gegründet. Es war ein Chorherrenstift, dem zur besseren Existenzgrundlage die Pfarre Aschbach samt den entsprechenden Zehenterträgnissen geschenkt wurde. 1112 wurde das Kloster durch Benediktiner aus dem Stift Göttweig neu gegründet. 1116 konnte bereits die neue Klosterkirche geweiht werden. Dabei wurde die Schenkung der Pfarre Aschbach an das Kloster erneuert, wobei erstmals auch die dazugehörigen Filialkirchen Allhartsberg, Biberbach und Krenstetten genannt werden. 1142 kam noch die Pfarre Wolfsbach dazu. Somit war das Kloster Seitenstetten für einen Seelsorgsbezirk zuständig, der heute die Pfarren Allhartsberg, Aschbach, Biberbach, Kematen-Gleiß, Krenstetten, Öhling, Seitenstetten, Sonntagberg, St. Georgen in der Klaus, St. Johann in Engstetten, St. Michael am Bruckbach, Windhag und Wolfsbach umfasst. Um 1185 kam dazu noch die Pfarre Ybbsitz. Man kann sich wohl schwer vorstellen, welche Leistungen hier neben der Seelsorgsarbeit auch für den Bau und Erhalt der Kirchen und Pfarrhöfe vom 12. bis zum 21. Jahrhundert zu bewältigen waren. Bis zum Reichsvolksschulgesetz des Jahres 1869 waren die Pfarrer auch für die Schulen zuständig. Allein aus dieser Bildungs- und Seelsorgsperspektive ergibt sich eine Fülle von kulturellen Leistungen des Klosters, die man sich kaum vorstellen kann. Dazu kamen Aufgaben, die das Kloster als Grundherr zu erfüllen hatte. Auch hier ist es schwer, konkrete Vorstellungen herauszuarbeiten. Das Kloster Seitenstetten hatte z. B. im 14. Jahrhundert insgesamt etwa 1000 Untertanen, die neben den Zehenten folgende feststehende Abgaben (hier nur die größeren genannt) zu entrichten hatten: 49.290 Pfennige, 577 Metzen Roggen und etwa 2000 Metzen Hafer, 18.858 Eier, 5270 Käse, 2408 Hühner, 448 Gänse und 418 Schweinsschultern. Bei der jeweiligen Aussaat und Ernte hatten die Untertanen bestimmte Arbeitsleistungen zu erbringen. Hier darf aber nicht vergessen werden, dass es das Kloster Seitenstetten war, das all diesen bäuerlichen Untertanen die nötige „Starthilfe“ zum Aufbau ihrer bäuerlichen Existenz gegeben hat. Auch wieder Leistungen durch Jahrhunderte. Man müsste das Thema noch weiter ausbauen, aber schon diese wenigen Daten zeigen die enormen kulturellen Leistungen des Klosters Seitenstetten für die gesamte Region.

Eingesandt von Peter Maier, Waidhofen/Ybbs.

 


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