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Geschichte der Woche

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Tiefflieger

Themenbereich: Ortsgeschichte

Kurzbeschreibung: Steinakirchen – Bombardierung mit Tieffliegern

„Dass es da beim Hummel gebrannt hat, das waren die Tiefflieger und in unserem Haus waren über 40 Löcher, wie sie hergeschossen haben. Da waren Soldaten da mit Pferden, Oberösterreicher haben´s gesagt, „wir wollen die Pferde heimbringen“. Ein Pferd ist dann stehen geblieben, das haben wir in den Stall reingegeben, und die sind fort, die haben den Rössern Wasser gegeben und sind fort. Und dann sind die Tiefflieger gekommen und haben alles abgeschossen. Und da haben´s beim Hummel ein Strohdach noch gehabt und das ist halt brennend geworden. Es ist die Feuerwehr von Steinakirchen raus gekommen, noch mit den Pferden auch und der Herr Wagner ist dann zu uns gegangen und hat gesagt zum Vater: „möchtest nicht die Feuerwehr eini führen“. Da ist schon alles runter gebrannt gewesen und er hat gesagt: „Na, ich fahr nimmer fort“. Und er ist im Vorhaus gestanden, und da haben sie die letzten Schüsse gemacht, ich glaube von Gimpering haben sie hergeschossen…(auf die Zwischenfrage, welche Tiefflieger das gewesen seien, kam aus der Runde die Antwort: russische Tiefflieger). Ich glaube beim Blankenbichler hat´s den Rauchfang erwischt, beim Stockerbauern auch. So lange Geschosse waren das…, wir haben sie eh dann den nächsten Tag zusammengeklaubt. Aber über 50 Löcher, rund ums Haus und einen Pfeiler haben sie erwischt und Sporen abgeschossen, alles, aber brennt hat es nicht. Wir haben schon noch Stroh gehabt, im Stadl. Meine Schwester ist raufgerannt zum Nachbarn, weil es gebrannt hat und da haben wir noch zwei Bäume gehabt, rauf am Roan und die ist von einem Baum zum anderen gegangen, weil sie allweil geschossen haben, die sind wieder eine Runde gezogen und wieder geschossen. Wir waren daheim, wir sind dann in den Keller runter und der Herr Wagner ist auch mit uns runter. Gekracht hat es so viel. Nachher, wir haben auch dann im Feld ein mords Loch gehabt, dass wir Kot reingeführt haben und ich glaube im Schönberg hat es auch die Hütte erwischt. Der Herr Wagner ist dann am 9. am Vormittag heimgegangen und er hat da übernachtet bei uns, und zu uns sind erst den nächsten Tag die Russen gekommen. Aber beim Nachbarn, wo´s da gebrannt hat, da sind um 7 schon oa hingefahren. Und die haben sich alle sehen lassen und nachher das Verstecken. Die haben auch ein paar Mädchen gehabt. Na, das war eine Zeit.“

Eingesandt von Josefa Schagerl, Steinakirchen/Forst.


Geschichte anhören (MP3, 1,2 MB)

 


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