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Geschichte der Woche

Ansprechpartner: Stefan Hackl


Der Simonis Waidhofens

Themenbereich: Ortsgeschichte

Kurzbeschreibung: Erinnerung an einen bekannten Fotografen in Waidhofen

Wenn meine Gedanken ins Seinerzeit wandern, tu ich das vor allem auch bei meinen sonntäglichen Friedhofbesuchen. Das Grab der Eltern, der Verwandten, aber auch der alten Freunde, zu denen auch der Glax Willi zählte, der Simonis von Waidhofen. Wieso der Begriff "Simonis", das ist einfach erklärt. Der Simonis ´war und ist heute noch der Porträt-Fotograf von Wien, bei dem sich alle Prominenz "abbildeln" ließ und lässt, Künstler, Wirtschaftsführer, Politiker. Hier bei uns war dies der Willi Glax, Fotoatelier auf dem Hohen Markt 23, heute M&S Riegler Damenmode und Taschenmode Haslinger, früher ebendort der Glax und daneben das Uhrenfachgeschäft Wahsl mit Meister Neureiter. Als Bub vor dem Krieg hatte ich keine auffälligen Berührungspunkte zum Glax Willi, aber nach dem Krieg sind wir gute Freunde geworden, nicht zuletzt, weil wir beide dieselbern Schulen besuchten, wenn auch nicht zur selben Zeit, einerseits unsere hiesige Realschule, andererseits in Wien die graphische Lehr- und Versuchsanstalt, der damals weltberühmten Fotoschule. Dort nämlich erhielt Willi Glax nach der Matura seine Ausbildung zum Fotografen. Dort erlernte er auch die Porträt-Fotografie von Grund auf und brachte es zu wahrer Meisterschaft, wie eben der Simonis in Wien. Unzählig sind die Porträts, die Willis Auge sah und seine geschickten Hände aus den Apparaten zauberten. Da erinnere ich mich an Bilder von Edi Freunthaller, Heinrich Harrer, Hugo Gottschlich oder Fritz Alteneder. Aber nicht nur auf diesem Gebiet der Fotografie war der Willi firm, ebenso im industriefotografischen Bereich bewegte er sich gekonnt, wie auch im OP der Chirurgischen Abteilung unseres Spitals, wenn es darum ging, komplizierte Operationen im Bild festzuhalten. Manch Schrulliges gäbe es auch über ihn zu berichten. Über Willi und seinen Lloyd, den Leukoplastbomber wie er sein Auto gerne bezeichnete , oder die Hochzeitsbildreihe für einen lieben Freund - nur fehlte im Apparat der Film - oder die liebevolle Beziehung zu seiner gestrengen Mutter Ida. Nicht zuletzt will ich an sein "Markenzeichen" erinnern, das glosende Zigaretterl im Mundwinkel. In der Gesellschaft seines großen Freundeskreises war Willi allzeit herzlich gerne gesehen, wo wir mit ihm und über ihn oft und oft lachen durften und daran erinnere ich mich sehr gerne. Was wäre das Heute, hätten wir nicht die Nostalgie des Seinerzeit, meint der Alte Stummer

Eingesandt von Friedrich Stummer, Waidhofen.

 


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