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Geschichte der Woche

Ansprechpartner: Stefan Hackl

Der Dom des Mostviertels

Themenbereich: Ortsgeschichte

Kurzbeschreibung: Diese Bezeichnung findet man gelegentlich für die Wallfahrtskirche am Sonntagberg.Nicht nur die Größ

Der Dom des Mostviertels Diese Bezeichnung findet man gelegentlich für die Kirche auf dem Sonntagberg. Ist das nicht übertrieben? Der Sonntagberg hat seit sehr alten Zeiten eine besondere Bedeutung. Abt Benedikt I. von Seitenstetten ließ 1440 auf dem Berg zu Ehren des Erlösers eine Kapelle erbauen. 1448 stand auf dem Sonntagberg mit Sicherheit bereits auch eine Kapelle zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit. Die Dreifaltigkeitswallfahrt auf den Sonntagberg lässt sich um 1450 nachweisen. Da beide Kapellen bald zu klein waren, baute man eine spätgotische Kirche, die 1490 geweiht wurde. Auch dieses Gotteshaus erwies sich durch den ungeahnten Aufschwung der Wallfahrt – speziell im 17. Jahrhundert – als zu klein. So fasste man um 1700 den Plan, eine neue größere Kirche zu bauen. In der alten Kirche war nur Platz für etwa 700 Menschen. Da aber an hohen Festtagen bis zu 4.000 Wallfahrer kamen, sollte die neue Kirche mindestens Platz für 3.000 Menschen bieten. Als Bauleiter wurde der damals führende Baumeister Jakob Prandtauer 1705 durch einen Vertrag verpflichtet. Er hatte die Bauleitung bis 1717, ab 1718 führte dann Josef Munggenast den Bau zu Ende. Am 28. Juli 1729 konnte die Kirche durch den Passauer Bischof Joseph Dominikus von Lamberg feierlich eingeweiht werden. Der Besucher ist zunächst gefesselt von der Größe des Raumes: das 58 m lange und 21 m breite Langhaus mit den 27 m langen Querarmen und der gewaltigen Kuppel, die mit ihren Tonnengewölben reichlich Platz für malerischen Schmuck bietet. 1736 verpflichtete der Abt von Seitenstetten den kaiserlichen Hofmaler Daniel Gran in der Sonntagberger Kirche die Kuppel und den ganzen Plafond bis zum großen Hauptgesimse herab mit Figural- und Architekturmalerei „auf das Künstlichste auszumalen“. Daniel Gran schuf auf dem Sonntagberg den umfangreichsten und geschlossensten Freskenzyklus, den er in einer Kirche verwirklichen konnte. Die Fresken auf dem Sonntagberg sind das religiöse Gegenstück zur Wiener Nationalbibliothek. Neben der prachtvollen Kanzel und den beiden großen Seitenaltären fasziniert vor allem auch der Hochaltar, der zu den großartigsten und geistreichsten Altarschöpfungen des 18. Jahrhunderts gehört. Weithin sichtbar beherrscht die herrliche Basilika das wunderschöne Mostviertel.

Eingesandt von Peter Maier, Waidhofen/Ybbs.

 


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