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Detailanzeige aus der Objektdatenbank

Bezeichnung: Waffen für die Stadtverteidigung

Kurzbeschreibung: Im Stadtarchiv existiert ein Text dessen Titel lautet: "Aufteilung und Verzeichnis der Geschütze". H

Ausführliche Beschreibung: Im Waidhofner Stadtarchiv existiert ein Text mit dem Titel: „Aufteilung und Verzeichnis der Geschütze, wie sie auf den Türmen und an der Stadtmauer verteilt worden sind“ (27. Mai 1566). Nach Nennung der Zeugwarte sind zunächst jene Waffen genannt, die aus dem Zeughaus verliehen wurden: drei Hellebarden und eine kleine Hakenbüchse. Dann folgt eine detaillierte Auflistung aller Waffen, verteilt auf alle Verteidigungstürme und Hochmauern der Stadt. Vorerst werden „haggen“ genannt: 66 „haggen“, 7 „kleine haggen“, 22 „doppelhaggen“; „haggen“ sind Hakenbüchsen. Eine übliche Hakenbüchse hatte eine Länge von etwas mehr als 1 m, wog ca. 15 kg und schoss Kugeln bis zu einem Gewicht von ca. 60 g. Wegen des starken Rückstoßes war es nicht möglich, freihändig abzuschießen. Mit einer kleinen Hakenbüchse (Halbhaken) konnte freihändig geschossen werden. Die Halbhaken (Feuerrohre, Arkebusen) waren in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Gebrauch gekommen, wurden aber ab etwa 1550 durch die wesentlich wirksameren Musketen verdrängt. Die Doppelhaken zählten zur schwersten Gattung der Handfeuerwaffen, hatten eine Länge von ca. 2 m, wogen bis zu 30 kg und das Gewicht einer abzuschießenden Kugel lag bei 120 g. Der Doppelhaken wurde beim Schuss auf die Mauer oder auf einen Bock gelegt, um durch einen am Lauf befindlichen Haken den Rückstoß abzufangen. Im Verzeichnis sind dann 12 „Spindeln“ (Winden) genannt. Weiters nennt das Verzeichnis zwei „scharfe Röhrl“ und ein „scharfes Röhrl mit einem Schloss“; „scharfe Rohre“ waren besonders weittragende Geschütze, auch „scharfe Metze“ genannt. Was die Größe betrifft, kam eine Metze bzw. Scharfmetze gleich nach den Hauptbüchsen. Im Zeugnaus wird schließlich noch ein „Stücklein auf Rädern“ genannt, d. h. ein fahrbares Geschütz. Anlässlich von Streifzügen der Akindschi in der Vorstadt Leithen im September des Jahres 1532 ist die Rede von einem Falkonett, mit dem die Waidhofner Verteidiger vom Ybbsturm aus auf eine Gruppe von Türken geschossen hatten. Ein „Falke“ war eine Kanone von drei Pfund (168 dag), die kleinere Gattung des „Falken“ hieß „Falkonett“. Weitere Waffen sind in dem Verzeichnis nicht genannt.

Bereich: Ortsgeschichte

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