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Ehrenobmann HR Mag. Günther Grimm verunglückt

Das Langlaufen im Winter, das Segeln und Radfahren im Sommer gehörten zu seinen Lieblingssportarten. Er streifte aber auch zu Fuß durch die Natur: Auf den Ybbsitzer Hausbergen sammelte er mit Leidenschaft Pilze – neben seiner Familie, dem Beruf, galt sein Interesse jedoch ebenso der Malerei, den gestalterischen Künsten, besonders dem Handwerk.

Im Jahre 1937 in Graz geboren, kam er mit seinen Eltern bereits in seiner Jugend nach Ybbsitz und entdeckte gleichsam hautnah, was ihm später Anliegen und Berufung wurde. Er erlebte den Verfall alten Kulturgutes, sah genau dort, wo er aufwuchs, immer mehr an Erhaltenswertem niedergehen, so dass er bereits in den Siebzigerjahren beschloss, vorerst auf Gemeindeebene dagegen etwas zu tun. Schon als Lehrer, dann ab 1976 auch als Direktor des Bundesrealgymnasiums Waidhofen an der Ybbs verschrieb er sich daher der Politik, wirkte lange Zeit in Ybbsitz als Obmann des Kulturausschusses und lernte dabei ähnlich denkende, wie er um den Erhalt montanhistorischer Denkmäler besorgte Menschen kennen.

Sich als Obmann des 1990 von dreizehn Gemeinden gegründeten Vereines „Niederösterreichische Eisenstraße“ zur Verfügung zu stellen, war ihm daher Verpflichtung. Bereits weiter blickend, forderte er dabei von Anfang an einen hauptamtlichen Geschäftsführer, womit er überhaupt die Basis für die so erfolgreiche Entwicklung des Vereines schuf. Er setzte aber auch auf die Ehrenamtlichkeit, die Begeisterung für die Sache, so wie er sich selbst einbrachte und andere motivierte. Sich zu öffnen, Kontakte zu den steirischen sowie oberösterreichischen Partnervereinen zu knüpfen, war ihm ein weiteres Anliegen und die im Herbst 2001 am Steirischen Erzberg erfolgte Gründung der Österreichischen Eisenstraße in Anwesenheit der drei Landeshauptleute wahrscheinlich überhaupt der Höhepunkt seiner Amtszeit.

Günther Grimm war ein Mann der ersten Phase: Als es zu bewahren, zu Revitalisieren und historische Grundlagen zu erforschen galt. Als es wichtig war, die Idee der Eisenstraße hinaus zu tragen, in die Gemeinden, in die Bezirke, in das Land. Als es darum ging Angebote zu entwickeln, Projekte zu starten und Identität zu stiften, wobei seine Präsenz, sein Einsatz und seine Ausdauer stets beispielgebend waren. Günther Grimm trat ab, als das, womit er angetreten war, überlagert wurde von anderem. Als er keinen Platz für seine Ideen mehr sah. Im Jahre 2002 wurde er zum Ehrenobmann ernannt, 2004 verlieh ihm der Verein den Titel eines „Schwarzen Grafen“. Eine Radtour in Ybbsitz setzte nun seinem Leben ein Ende und sein Tod trifft nicht nur seine Familie. Auch die vielen Freunde, die er sich während seiner Zeit geschaffen hat, trauern um ihn.

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HR Mag. Günther Grimm machten zeitlebens Nägel mit Köpfen.

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