Russen
Themenbereich: Zeitgeschehen
Kurzbeschreibung:
Opponitz,
Als in der Besatzungszeit die Russen das Gebiet um Opponitz beschlagnahmten, mussten sich
Beschreibung:
Opponitz,
„Am 8. Mai sind die Russen gekommen, um 7 am Abend. Weil wir haben da eine Nacht gehabt, wo wir nicht schlafen gehen haben können. Die Russen haben die erste Nacht die Wäsch, die Bettwäsch und alles haben sie gleich gebraucht. Die ersten, das waren die Mongolen, des waren so Schlitzäugige, um 7 am Abend sind die erst kommen. Die haben eh alles übergedreht, die sind immer mehr und mehr geworden, die haben dann das Haus in Beschlag genommen. Wir haben nur einen Raum gehabt. Da ist Stroh aufgebreitet worden und da haben alle geschlafen, und das war aber 4 bis 6 Wochen, solange haben wir die einquartiert gehabt. Das war eine sehr schlimme Zeit, bis dann die Einquartierung aus war, dann ist es wieder besser geworden. An die 4.000 Russen ungefähr waren da in Opponitz. Nur war es halt so, auf ein Mal brennt es beim Nachbarn, nicht weit weg. Die Stuben, alles in Flammen. „Na, was ist jetzt da los“, haben wir uns gedacht. Na und bei uns war ein Dolmetscher, das war ein hübsch Kleiner, ein Russe. Aber er war nicht zuwider soweit. Der hat eh immer erzählt, er hat nur überlebt weil er so klein war. Im Kaiser-Steinbach, die letzte Zeit, wo er da gefangen war, war er ein Überläufer. Er ist früher schon zu die Deutschen übergelaufen, aber er hat sofort deutsch können, des war der Dolmetscher. Und jeden Tag haben sie drunten in Kaiserstein wieder welche aufgerufen, die haben sie raus getrieben und erschossen. Ja, jetzt ist er eines Tages geflüchtet, und es ist ihm gelungen, da unten halt zwei Tag – glaub ich - oder so, was er erzählt hat, sich unter Kisten und so Gerümpel zu verstecken. Und dann sind die Russen gekommen, mit den Russen ist er dann mitmarschiert. Dann war es so bei uns, da waren die Russen schon weg, sind oft noch Heimkehrer gekommen, so Soldaten, zwei, drei Mann und die haben etwas zu essen gebraucht. Da hat der Vater immer gleich gesagt: „bitt gar schön, geht’s gleich weg von zu Hause!“ Und mich hat er dann hingeschickt mit Fleisch und Brot, weil wenn die Russen die da sehen, ist es aus. Dann wären wir auch weggeräumt worden.
Und eines Tages - wie gesagt - auf einmal brennt es beim Nachbarn drüben, brennt die Stube. Na, ja, das war auch so, das hat sich dann herausgestellt, das ist ganz irrtümlich angezündet worden, weil der Russ hat einen Rausch gehabt. Das erste Opfer war der Lindentalner, meinem Schwager sein Vater, zu dem ist er kommen und hätt’ einen Schnaps haben wollen. Aber der hat gesagt: „ich hab keinen Schnaps“. Na, ja, hat der gesagt: „Ich erschieß dich“. Der Lindentalner war auch nicht feig. Der hat sich hingestellt und nur das Hemd weg gelegt und hat gesagt: „Na dann schieß!“ Aber er hat nicht geschossen. Er hat’s Gewehr genommen und hat es ihm da her gehaut. Er hat den Schädel eingebunden. Da war er sauber verletzt. Und so ist er dann rüber gegangen in die Strub und in der Strub haben sie dann einen Whiskey gehabt. Aber in der Strub hätt’ er wiederum einen Schnaps haben wollen, und in der Strub ist er hergegangen und hat die Maschinenpistole dem Strubner verkehrt herum auf den Buckel gehaut. Der Schuss ist losgegangen und so hat sich der Russ selber erschossen. Die Russen haben zuerst geglaubt, der Strubner hat ihn erschossen, drum haben sie alles angezunden. In der Zechbergermühle haben sie ihn eingesperrt gehabt, an die 14 Tage oder so, noch dazu, und fast nichts zu essen hat er gekriegt. Und sie, die Strubnerin, ist herunten gewesen im Pfarrho
Eingesandt von: Konrad Fischer, Opponitz
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